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Pflege im NTK

Pflegeteam

Damit Sie Ihr angestrebtes Ziel, die Wiedererlangung der größtmöglichen Selbstständigkeit bzw. Lebensqualität, erreichen, stehen wir Ihnen als Pflegeteam mit all unserem fachlichen Wissen und unserer Empathie zur Seite. Unser Handeln ist darauf ausgerichtet, unsere hohe pflegerische Qualität ständig weiterzuentwickeln. Unser Teamgeist lebt von gegenseitiger Motivation und Unterstützung.

Pflegeleistungen

Im 24-Stunden-Pflegealltag wenden wir das Selbstpflege-Modell nach Dorothea Orem an. Dieses ist eng mit der Pflegediagnostik nach der NANDA International Klassifikation verbunden. Zentraler Bestandteil unserer qualitativ hochwertigen Pflege ist der Pflegeprozess, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Erfahrung.

Um Ihre veränderte Lebenssituation nach dem stationären Aufenthalt bewältigen zu können, unterstützen wir Sie und Ihre Angehörigen im multiprofessionellen Team während Ihrer Zeit im NTK mit bedarfsgerechter Information, Beratung und Schulung.

 

 

Modell und Pflegeprozess

Ein Pflegemodell stellt einen theoretischen Bezugsrahmen für die Pflegepraxis dar.

Die Amerikanerin Dorothea E. Orem absolvierte in den frühen 1930er Jahren eine Krankenpflegeschule in Washington, D.C. Nach jahrelanger Berufspraxis, zwei akademischen Abschlüssen und etlichen Publikationen zum Thema Pflege erstellte sie in den 1980er Jahren ihr Pflegemodell.

OREM sieht den Menschen als ein vollständiges, funktionstüchtiges Ganzes mit einer starken Eigenmotivation, für sich selbst zu sorgen.

Das Menschenbild, das Orems Modell zugrunde liegt, geht davon aus, dass ein gesunder Mensch

  • sich selbst pflegt,
  • weiß, wann er Hilfe benötigt,
  • sich um adäquate Hilfe bemüht und diese Informationen verstehen kann, wenn er sie erhält
  • und entsprechend den Informationen handelt.

Es handelt sich um ein ressourcenorientiertes Modell, da professionelle Pflege lt. OREM erst dann einsetzt, wenn die Ressourcen des Menschen nicht ausreichen, seine Selbstpflegedefizite zu kompensieren.

Um diese Selbstfürsorgedefizite zu kompensieren, werden folgende Pflegesysteme angewandt:

  • vollständig kompensatorisch (keine Selbstfürsorge vorhanden)
  • teilweise kompensatorisch (kann einige, aber nicht alle Selbstfürsorge-Erfordernisse durchführen)
  • unterstützend - erziehend (braucht nur Unterstützung)

Bei der Pflegeklassifikation NANDA International handelt es sich um Beschreibungen der Pflegesituation. Die Organisation NANDA International (NANDA-I) macht es sich seit rund 40 Jahren zur Aufgabe, eine standardisierte Taxonomie (Einteilung) basierend auf Pflegediagnosen weltweit zur Verfügung zu stellen.

Mit Pflegediagnosen werden pflegebegründende Aspekte, die sowohl körperliche, seelische als auch soziale Bezüge haben können, beschrieben bzw. bewertet. Pflegerische Diagnostik ist ein Bestandteil des Pflegeprozesses, sie unterscheidet sich von der ärztlichen Diagnosefindung. Im Sinne einer gemeinsamen Pflegefachsprache sollen international einheitliche typische Pflegephänomene definiert werden, die pflegerisch erkennbar, benennbar und behandelbar sind.

Jede Pflegediagnose besteht aus einem Titel, einer Definition, bestimmten Merkmalen bzw. Ursachen oder Risikofaktoren und aus den beeinflussenden Faktoren bzw. Kennzeichen. 

Die fachlich qualifizierte Pflege im NTK wird anhand von pflegediagnoseorientierten Richtlinien, die sich an den NANDA-International-Pflegediagnosen (Definition und Klassifikation) orientieren, durchgeführt. Diese wurden im Pflegeteam erarbeitet, getestet und niedergeschrieben. Sie basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen unter Berücksichtigung praktischer Erfahrungen.

Die Pflege wird laufend evaluiert und aktualisiert. Damit sind Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle der Pflege zum Wohle unserer Patienten gewährleistet.

Der Pflegeprozess ist ein systematischer Ansatz, um die Probleme und Ressourcen eines Patienten zu erkennen, pflegerisch zu handeln und diese Probleme zu lösen oder zu lindern.

Der Pflegeprozess lenkt alle Maßnahmen und Aktivitäten, die von Pflegepersonen ergriffen werden und ermöglicht eine organisierte und ganzheitlich orientierte, individuelle Pflege.

Der Pflegeprozess besteht aus fünf Phasen oder Schritten:

  1. Pflegeassessment
  2. Pflegediagnostik
  3. Pflegeplanung
  4. Pflegeimplementation/Intervention bzw. Durchführung
  5. Pflegeevaluation/Bewertung

Dabei ist zu beachten, dass diese Schritte dynamisch und flexibel sind und sich oft überschneiden.

Die Gesamtverantwortung für den Pflegeprozess und dessen Dokumentation obliegt dem gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege und gehört zu dem Kompetenzbereich "pflegerische Kernkompetenzen" (GuKG/§14).

Kompetenzbereiche

unserer pflegerischen Leistungen

GuKG § 14: Die pflegerischen Kernkompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege umfassen die eigenverantwortliche Erhebung des Pflegebedarfes sowie Beurteilung der Pflegeabhängigkeit, die Diagnostik, Planung, Organisation, Durchführung, Kontrolle und Evaluation aller pflegerischen Maßnahmen (Pflegeprozess) in allen Versorgungsformen und Versorgungsstufen, die Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsberatung im Rahmen der Pflege sowie die Pflegeforschung.

GuKG § 15: Die Kompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege bei medizinischer Diagnostik und Therapie umfassen die eigenverantwortliche Durchführung medizinisch-diagnostischer und medizinisch-therapeutischer Maßnahmen und Tätigkeiten nach ärztlicher Anordnung. Im Rahmen der Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie haben ärztliche Anordnungen schriftlich zu erfolgen. Die erfolgte Durchführung ist durch den Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege zu dokumentieren.

GuKG § 16: Der multiprofessionelle Kompetenzbereich umfasst die pflegerische Expertise des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege als Teil des multiprofessionellen Versorgungsteams bei der Zusammenarbeit mit Gesundheits- und Sozialberufen sowie anderen Berufen. Im multiprofessionellen Kompetenzbereich haben Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege im multiprofessionellen Versorgungsteam das Vorschlags- und Mitwirkungsrecht. Sie tragen die Durchführungsverantwortung für alle von ihnen in diesen Bereichen gesetzten pflegerischen Maßnahmen.

GuKG § 14a: Die Kompetenz bei Notfällen umfasst:

  1. Erkennen und Einschätzen von Notfällen und Setzen entsprechender Maßnahmen und
  2. eigenverantwortliche Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen, solange und soweit ein Arzt nicht zur Verfügung steht.

Die unverzügliche Verständigung eines Arztes ist zu veranlassen.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen umfassen insbesondere:  

  • Herzdruckmassage und Beatmung
  • Durchführung der Defibrillation mit halbautomatischen Geräten oder Geräten im halbautomatischen Modus
  • Verabreichung von Sauerstoff

GuKG § 17: Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege können

  1. setting- und zielgruppenspezifische Spezialisierungen sowie
  2. Spezialisierungen für Lehr- oder Führungsaufgaben erwerben.

 Setting- und zielgruppenspezifische Spezialisierungen im NTK sind:

  • Intensivpflege
  • Krankenhaushygiene
  • Wundmanagement

Wir wenden folgende Pflegekonzepte

für Sie an:

Unser Fokus als Pflegepersonen im NTK liegt in der Förderung der vorhandenen Ressourcen, der Kompetenzen und der Wiederherstellung der Selbstständigkeit. Im Sinne der aktivierenden Pflege unterstützen wir unsere Patientinnen und Patienten dabei, mit den Folgen der Erkrankungen umzugehen. Voraussetzung dafür ist, dass die in der Therapie erarbeiteten Fortschritte auch im Stationsalltag umgesetzt werden und Fähigkeiten erlernt werden, die es den Patientinnen und Patienten erlauben, möglichst selbstständig den Alltag zu bewältigen.

Das Konzept wurde ab 1943 von der Physiotherapeutin Berta Bobath und ihrem Ehemann, dem Neurologen und Kinderarzt Karel Bobath, entwickelt. Das Bobath-Konzept basiert auf neurophysiologischen und entwicklungsneurologischen Grundlagen und orientiert sich an den Ressourcen des Patienten. Beide, Karel und Berta Bobath, legten schon damals großen Wert darauf, dass die angewandten Methoden und Techniken immer mit den neuesten neurologischen Erkenntnissen übereinstimmen. Dieser Anspruch bietet große Chancen in der Weiterentwicklung des Konzeptes.

Das Bobath-Konzept ist ein potenzialorientierter und problemlösender Ansatz zur Befundaufnahme und Behandlung von Personen mit Störungen der Funktion/Aktivität, der Bewegung und der Haltungskontrolle auf Grund einer Läsion des zentralen Nervensystems.

Das Bobath-Konzept gibt Pflegekräften eine Denk-, Sicht- und Handlungsweise, um die Grundprinzipien des Konzepts in alle Alltagsabläufe zu integrieren. Die pflegerische Intervention trägt entscheidend zur erfolgreichen Rehabilitation bei!

"Kinästhetik ist das Studium der Bewegung und der Wahrnehmung, die wiederum aus der Bewegung entsteht - sie ist die Lehre von der Bewegungsempfindung." (Lenny Maietta, Frank Hatch, 2003)

 

Im Mittelpunkt stehen die alltäglichen Aktivitäten der Pflege und Betreuung. Durch die Sensibilisierung für die eigene Bewegung und die des Gegenübers lernt die Pflegeperson, jede Unterstützung an die Situation angepasst und in einer Interaktion mit der pflegebedürftigen Person lern- und gesundheitsfördernd zu gestalten.

 „Kinästhetik in der Pflege" ermöglicht eine gezielte und systematische Hilfe zur Selbsthilfe.

Ziele der Kinästhetik sind:

  • Erleichterung der Mobilisation von Menschen – ohne Heben und Tragen
  • Bewegungsressourcen zu erkennen und zu fördern
  • die körperliche Gesundheit von Pflegenden zu erhalten

Die Basale Stimulation wurde von Andreas D. Fröhlich ab 1975 im Rahmen eines Schulversuches entwickelt und veröffentlicht. Sie ist heute als Begriff markenrechtlich geschützt. Sie versteht sich ausdrücklich als pädagogisches Konzept und nicht als therapeutische Technik. Während Fröhlich das Konzept für den Bereich der Sonderpädagogik entwickelte, wurde das Konzept von Christel Bienstein in Zusammenarbeit mit Fröhlich in den Bereich der Pflege übertragen.

Das Konzept der Basalen Stimulation® dient der ganzheitlichen, körperbezogenen, kommunikativen Förderung von wahrnehmungsbeeinträchtigten Menschen. Die Begegnungen werden dabei individuell gestaltet, um jeden Einzelnen auf seiner Entwicklungsebene abzuholen und ihn in seiner Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation zu begleiten bzw. diese Fähigkeiten zu entdecken, zu erhalten, zu fördern und weiter zu entwickeln.
Mit einfachsten Möglichkeiten wird dabei versucht, den Kontakt zu diesen Menschen aufzunehmen, um ihnen den Zugang zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen zu ermöglichen und Lebensqualität zu erleben.

Dr. Fèlicie Affolter, geboren 1920 in Bern, Psychologin und Therapeutin, entwickelte während ihrer jahrelangen Arbeit mit wahrnehmungsgestörten Patienten das Konzept der "Affolter-Therapie", auch "Gespürte Interaktionstherapie" genannt.

Handlungsabläufe, die von Patienten mit Wahrnehmungsproblemen nicht ausführbar sind, werden dabei gemeinsam mit dem Therapeuten/der Pflegeperson ausgeführt.

Diese Therapie ermöglicht es den Patienten, praktisch und alltagsbezogen zu lernen. Bei gestörter Wahrnehmung kann man durch gezieltes Führen an Händen und Körper während alltäglicher Geschehnisse zur Verbesserung der gespürten Informationssuche beitragen. Führen bedeutet, dass eine andere Person mit dem Körper des Patienten Handlungen so ausführt, dass gemeinsam Beziehungen zwischen Patient und Umwelt hergestellt werden. Durch diese geführten Interaktionserfahrungen werden motorische, kognitive und emotionale Leistungen gefördert.

Die Aromapflege ist eine anerkannte komplementäre Pflegemethode. Die Anwendung erfolgt im Rahmen des eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereichs des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege.

Es kommen nur 100% naturreine ätherische Öle, Hydrolate und daraus hergestellte Pflegeprodukte zum Einsatz. Die Anwendung und Wirkung erfolgt über den Geruchssinn und auch über die intakte Haut.

Die Aromapflege orientiert sich an den individuellen Pflegeproblemen und Bedürfnissen der jeweiligen Patientinnen und Patienten und wird gezielt und überlegt eingesetzt. Die prophylaktischen und pflegerischen Maßnahmen werden in den Pflegeprozess integriert.

Das Konzept wurde 1960 von Naomi Feil, einer US-amerikanischen Sozialarbeiterin, begründet. Es basiert auf dem Gedanken, dass alten/desorientierten Menschen ein wertschätzender Umgang gebührt und ihre Gedankenwelt als gültig anerkannt wird.

Validation ist eine wertschätzende Haltung, die für die Begleitung von Menschen mit demenziellen Verhaltensweisen aufgrund der hirnorganischen Veränderungen entwickelt wurde. Validieren ist eine besondere Kommunikationsform, die von einer akzeptierenden, nicht korrigierenden Sprache geprägt ist, welche die Bedürfnisse des betroffenen Menschen zu verstehen und zu spiegeln versucht.

Validation will nicht heilen, sondern entlastend begleiten und ist somit keine Therapieform.